Die Tabelle aller Klassen in kWh/m², typische Klassen für Bremer Häuser, was die Klasse für Heizkosten und Verkaufspreis bedeutet – und was sich mit dem GModG ab 2027 ändert. Stand: September 2026.
Die Energieeffizienzklasse im Energieausweis stuft den Endenergiebedarf oder -verbrauch eines Wohnhauses in neun Stufen von A+ (bis 30 kWh je m² und Jahr) bis H (über 250 kWh) ein; gut sind A+ bis B, normal für den Bestand sind C bis E, ab F wird es teuer. Beim Verkauf wirkt die Klasse direkt auf den Preis: Ein Haus der Klasse H wird laut immowelt-Analyse 2026 rund 17 % günstiger gehandelt als ein sonst gleiches Haus der Klasse D, ein A+-Haus rund 15 % teurer.
Die Skala bleibt auch nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für Wohngebäude bestehen; ab 2027 ändern sich nur die Rechenfaktoren für neu ausgestellte Bedarfsausweise. Eine Sanierungspflicht für schlechte Klassen gibt es für Wohnhäuser nicht.
Skala für Wohngebäude nach Anlage 10 GEG (im GModG unverändert): A+ = bis 30, H = über 250 kWh Endenergie je m² Gebäudenutzfläche und Jahr.
Grundlage ist der Endenergiekennwert in Kilowattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr – also die Energie, die Sie als Gas, Öl, Pellets, Fernwärme oder Strom tatsächlich einkaufen. Die Heizkosten-Spalte ist ein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche (ca. 156 m² Nutzfläche) bei einem angenommenen Energiepreis von 11 Cent/kWh (Erdgas 2026 inkl. Grundpreis); Ihr tatsächlicher Preis kann abweichen.
| Klasse | Endenergie kWh/(m²·a) | Typisches Gebäude | Heizenergie 130-m²-Haus | Heizkosten/Jahr (Beispiel) |
|---|---|---|---|---|
| A+ | bis 30 | Passivhaus, Effizienzhaus 40, Neubau mit Wärmepumpe und PV | bis ca. 4.700 kWh | bis ca. 500 € |
| A | > 30 bis 50 | Neubau ab ca. 2016, Effizienzhaus 55, Kernsanierung mit Wärmepumpe | ca. 4.700–7.800 kWh | ca. 500–860 € |
| B | > 50 bis 75 | Neubau 2009–2015, sehr gut sanierter Altbau | ca. 7.800–11.700 kWh | ca. 860–1.290 € |
| C | > 75 bis 100 | Neubau 2002–2008, gut sanierter Altbau (Dach, Fenster, Heizung) | ca. 11.700–15.600 kWh | ca. 1.290–1.720 € |
| D | > 100 bis 130 | Bauten der 1980er/90er (WärmeschutzVO 1984/1995), teilsanierter Altbau | ca. 15.600–20.300 kWh | ca. 1.720–2.230 € |
| E | > 130 bis 160 | Bauten 1978–1983 (1. WärmeschutzVO), Altbau mit neuer Heizung – Bundesdurchschnitt Bestand | ca. 20.300–25.000 kWh | ca. 2.230–2.750 € |
| F | > 160 bis 200 | Siedlungshaus 1950er–1970er mit Einzelmaßnahmen | ca. 25.000–31.200 kWh | ca. 2.750–3.430 € |
| G | > 200 bis 250 | Unsaniertes Siedlungshaus, Altbremer Haus mit Teilmaßnahmen | ca. 31.200–39.000 kWh | ca. 3.430–4.290 € |
| H | über 250 | Unsanierter Altbau vor 1949, ungedämmtes Fachwerk, Einzelöfen | über 39.000 kWh | über 4.290 € |
Klassengrenzen: Anlage 10 GEG (Wohngebäude), im GModG unverändert. Gebäudezuordnung = typische Werte aus Bewertungspraxis, keine Garantie – entscheidend ist der Ausweis. Der Bundesdurchschnitt im Wohnungsbestand liegt bei rund 130–160 kWh (Klasse E).
Reihenhaus mit Souterrain, Hochparterre, oft 38-cm-Ziegelwand ohne Dämmung. Unsaniert: G–H. Mit gedämmtem Dach, neuen Fenstern und Brennwerttherme: D–E. Kernsaniert mit Innendämmung und Wärmepumpe: B–C. Typisch in Findorff, Neustadt, Walle, Hastedt, Östliche Vorstadt, Schwachhausen.
Ein- oder Doppelhaus der Nachkriegsjahre, Hohlblock oder Ziegel, ursprünglich Einfachverglasung. Unsaniert: F–G. Mit üblichen Einzelmaßnahmen der 1990er/2000er: D–E. Typisch in Huchting, Obervieland, Vahr, Osterholz, Vegesack, Blumenthal und im Umland.
Erste Wärmeschutzverordnungen, Isolierverglasung, Gasheizung: D–E, nach Heizungstausch oft C–D. Häufig in Borgfeld, Oberneuland, Horn-Lehe, Lilienthal, Stuhr, Weyhe.
EnEV-Bauten 2002–2015: B–C. Ab 2016 (EnEV 2016) und Effizienzhaus 55/40: A–A+. Typisch in der Überseestadt, in Neubaugebieten in Borgfeld, Oberneuland, Achim, Oyten.
Die Klasse erklärt allein noch keinen Preis: Ein Altbremer Haus der Klasse G in Schwachhausen erzielt pro Quadratmeter mehr als ein Klasse-C-Haus in Blumenthal. Wie sich Lage, Zustand und Energieklasse in Bremen zusammensetzen, zeigen unsere Immobilienpreise nach Stadtteil; den konkreten Wert Ihres Hauses ermitteln wir kostenlos vor Ort.
Seit den Energiepreissteigerungen 2022 und der Heizungsdebatte preisen Käufer und Banken die Effizienzklasse konsequent ein. Die belastbarste Messung ist hedonisch bereinigt – sie vergleicht Objekte gleicher Lage, Größe und Baujahrs und isoliert den Effekt der Klasse. Rohe Durchschnittspreise (z. B. „Klasse H kostet 46 % weniger als A“) überzeichnen, weil darin auch Lage und Zustand stecken.
| Klasse | Preiseffekt Häuser (vs. Klasse D) | Preiseffekt Wohnungen (vs. Klasse D) | Beispiel Haus 450.000 € in Klasse D |
|---|---|---|---|
| A+ | +15 % | +20 % | ca. 517.000 € |
| A | +7 % | +15 % | ca. 481.000 € |
| B | +4 % | +8 % | ca. 468.000 € |
| C | +1 % | +1 % | ca. 454.000 € |
| D | Referenz | Referenz | 450.000 € |
| E | −4 % | −1 % | ca. 432.000 € |
| F | −7 % | −2 % | ca. 418.000 € |
| G | −10 % | −6 % | ca. 405.000 € |
| H | −17 % | −9 % | ca. 373.000 € |
Quelle: immowelt-Preisanalyse vom 19.03.2026 (hedonische Auswertung von Kaufangeboten 2025, bundesweit). Der IW-Wohnindex Q1/2026 kommt mit anderer Referenz (A/A+) auf −15 bis −20 % für E/F und −20 bis knapp −30 % für G/H. Bremer Einzelwerte weichen je nach Lage ab.
Sanierung von H auf C kostet bei einem Altbremer Haus typischerweise 60.000–150.000 € (Dach, Fassade/Innendämmung, Fenster, Heizung). Dazu kommen Zinsaufschläge: Banken bewerten schlechte Klassen konservativer.
Der Abschlag für Klasse H bei Häusern stieg von 13,6 % (2024) über 14 % (2025) auf 17 % (2026). Wer ein unsaniertes Haus verkaufen will, sollte deshalb nicht auf „bessere Zeiten“ warten, sondern realistisch bepreisen.
Vorhandene Maßnahmen belegen (Rechnungen), ggf. neuen Ausweis mit korrekten Daten erstellen, Sanierungsfahrplan und Förderung im Exposé darstellen – und den Preis so setzen, dass Käufer die Sanierung stemmen können. Sanieren vor dem Verkauf rechnet sich nur selten.
| Maßnahme | Kosten Einfamilienhaus (Spanne 2026) | Typische Wirkung | Förderung (BEG) |
|---|---|---|---|
| Dämmung oberste Geschossdecke / Dach | ca. 4.000–25.000 € | bis 1 Klasse; günstigste Einzelmaßnahme | 15–20 % Zuschuss |
| Fenster mit Dreifachverglasung | ca. 15.000–30.000 € | ca. ½–1 Klasse | 15–20 % |
| Fassadedämmung (außen oder innen beim Altbremer Haus) | ca. 25.000–60.000 € | 1–2 Klassen | 15–20 % |
| Heizungstausch auf Wärmepumpe | ca. 25.000–45.000 € | 1–2 Klassen, ab 2027 zusätzlich besserer Primärenergiewert | 30–70 % |
| Komplettsanierung zum Effizienzhaus 70/55 | ca. 100.000–180.000 € | von G/H auf B/C | Kredit mit Tilgungszuschuss |
Kosten = Spannen aus der Bremer Bewertungspraxis 2026 für ein freistehendes oder Reihen-Einfamilienhaus, ohne Gewähr; Fördersätze nach Bundesförderung für effiziente Gebäude (Stand 2026, Änderungen möglich). Unabhängige Erstberatung in Bremen: Verbraucherzentrale Bremen (Energieberatung) und das Landesprogramm „Bremer Modernisieren“.
Alles zu Pflicht, Fristen und Kosten des Ausweises selbst: Energieausweis beim Hausverkauf.
Unsanierte Bremer Häuser sind kein Problemfall, sondern der Normalfall: Ein großer Teil unserer 238+ verkauften Immobilien lag in den Klassen E bis H. Wir zeigen Käufern Sanierungsweg und Förderung, setzen den Preis marktgerecht an und verkaufen im Schnitt in 47 Tagen – und 5,0★ aus 175+ Google-Bewertungen.
Als gut gelten die Klassen A+ bis B (bis 75 kWh/(m²·a)) – das erreichen Neubauten ab etwa 2016 und energetisch komplett sanierte Altbauten. C und D (bis 130 kWh) sind für Bestandshäuser der 1980er/1990er Jahre oder teilsanierte ältere Häuser normal und am Markt unauffällig. Ab Klasse E und schlechter rechnen Käufer die Sanierung ein; F, G und H bedeuten hohen Heizbedarf und spürbare Preisabschläge. Der Bundesdurchschnitt im Bestand liegt in Klasse E.
Klasse D steht für einen Endenergiebedarf oder -verbrauch von über 100 bis 130 kWh je Quadratmeter und Jahr. Typisch dafür sind Häuser der 1980er und frühen 1990er Jahre mit Gasheizung und Isolierverglasung oder ältere Häuser mit gedämmtem Dach und neuer Heizung. Bei 130 m² Wohnfläche entspricht das rund 13.000–17.000 kWh Heizenergie im Jahr – etwa 1.400–1.900 € bei einem angenommenen Gaspreis von 11 Cent/kWh. Beim Verkauf ist D die Referenzklasse: weder Auf- noch Abschlag.
H ist die schlechteste Klasse (über 250 kWh/(m²·a)) und bedeutet für ein 130-m²-Haus über 32.000 kWh Heizenergie im Jahr, also je nach Energieträger 3.500 € und mehr. Beim Verkauf liegt der Preisabschlag laut immowelt-Analyse 2026 bei rund 17 % gegenüber einem sonst gleichen Haus der Klasse D. Schlimm ist H trotzdem nicht: In Bremen betrifft es viele unsanierte Altbremer Häuser und Siedlungshäuser, die wegen Lage und Substanz gut verkäuflich sind – wenn der Preis die Sanierung realistisch abbildet.
Die Klasse ergibt sich aus dem Endenergiekennwert im Energieausweis: beim Bedarfsausweis rechnerisch aus Gebäudehülle und Heiztechnik nach DIN V 18599, beim Verbrauchsausweis aus dem witterungsbereinigten Verbrauch von drei Abrechnungsjahren geteilt durch die Gebäudenutzfläche. Für eine Selbsteinschätzung: Jahresverbrauch in kWh (Gas 1 m³ ≈ 10 kWh, Heizöl 1 l ≈ 10 kWh) durch die Nutzfläche (≈ Wohnfläche × 1,2 bei Einfamilienhäusern) teilen und in der Tabelle ablesen. Rechtsverbindlich ist nur der Ausweis eines berechtigten Ausstellers.
Ja, ohne Einschränkung – eine Sanierungspflicht vor dem Verkauf gibt es für Wohngebäude nicht. Entscheidend ist der Angebotspreis: Käufer kalkulieren die energetische Sanierung ein (in Bremen typischerweise 60.000–150.000 € für Dämmung, Fenster und Heizung bei einem Altbremer Haus) und erwarten dafür einen Abschlag; hedonisch bereinigt liegt er bei Häusern der Klasse G bei rund 10 %, bei H bei 17 %. Wer den Preis von Anfang an realistisch ansetzt und Sanierungsoptionen samt Förderung im Exposé darstellt, verkauft solche Häuser in Bremen in normaler Zeit.
Neubauten nach dem seit 2023 geltenden Standard (Effizienzhaus 55) erreichen in der Regel Klasse A oder A+, Effizienzhaus-40-Gebäude und Passivhäuser A+. Häuser aus den Jahren 2002–2015 (EnEV-Zeit) liegen meist in B bis C. Ab 2028 gilt für große Neubauten der Nullemissions-Standard des GModG, ab 2030 für alle.
Das sind zwei verschiedene Systeme. Die Effizienzklasse A+ bis H bewertet den absoluten Endenergiebedarf in kWh/(m²·a) und steht im Energieausweis. Das KfW- bzw. BEG-Effizienzhaus 40/55/70/85 vergleicht den Primärenergiebedarf mit einem Referenzgebäude nach GEG – Effizienzhaus 55 heißt: 55 % des Referenzwerts. Ein Effizienzhaus 55 landet im Ausweis meist in Klasse A, ein Effizienzhaus 85 in B bis C. Für die Förderung zählt die Effizienzhaus-Stufe, für Käufer und Anzeigen die Klasse.
Eine allgemeine Sanierungspflicht für Wohnhäuser gibt es in Deutschland nicht – auch nicht nach dem GModG von 2026. Die von der EU diskutierte Pflicht für die schlechtesten Klassen gilt in Deutschland nur für Nichtwohngebäude (Klasse G ab 2030). Für Wohngebäude bleiben die bekannten Einzelpflichten beim Eigentümerwechsel: Dämmung der obersten Geschossdecke bzw. des Dachs, Dämmung zugänglicher Heizungsrohre und Austausch von Konstanttemperatur-Kesseln, die älter als 30 Jahre sind – jeweils innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf. Diese Pflichten treffen also den Käufer, nicht den Verkäufer.
Die größten Sprünge bringen bei einem unsanierten Altbau die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs, neue Fenster mit Dreifachverglasung und der Tausch der Heizung – eine Wärmepumpe verbessert den Primärenergiewert ab 2027 zusätzlich durch den niedrigeren Stromfaktor. Realistisch sind ein bis zwei Klassen pro Maßnahmenpaket; von H auf C braucht es meist Dach, Fassade, Fenster und Heizung zusammen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) übernimmt je nach Maßnahme 15–70 % der Kosten; vor dem Verkauf lohnt sich die Sanierung nur selten, weil der Preisaufschlag die Kosten meist nicht deckt.
Die Skala A+ bis H bleibt für Wohngebäude bestehen; ein vorhandener Ausweis behält seine Klasse bis zum Ablauf nach zehn Jahren. Neu ausgestellte Bedarfsausweise rechnen ab 2027 aber mit anderen Primärenergiefaktoren: Strom sinkt von 1,8 auf 1,5, Holz und Pellets steigen von 0,2 auf 0,7. Häuser mit Wärmepumpe werden dadurch tendenziell besser, Häuser mit Pellet- oder Holzheizung schlechter eingestuft – wer eine Pelletheizung hat und verkaufen will, sollte den Ausweis noch 2026 erstellen lassen.
Schreibt über Immobilienverkauf, Bewertung, Finanzierung und den Bremer Immobilienmarkt – mit Transparenz und lokalem Marktwissen.